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Keine Entspannung im Bereich der Kinderarmut in Deutschland!

„Der Rückgang der Höhe von Kindern, die in Hartz IV leben, von 1,9 Mio auf 1,64 Mio ist ein gutes Signal“, äußert Sascha Drescher, Bundesvorsitzender von Frischluft. Gleichwohl sei die Zahl immer noch viel zu hoch und die Gefahr eines Wiederanstiegs grundsätzlich nicht gebannt, so Drescher weiter.

Der Rückgang ist u.a. auf eine ohnehin niedrigere Zahl von Harz IV Empfängern zurückzuführen, da sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr deutlich entspannt hat. Auch können sicherlich zusätzliche Anstrengungen der Jobcenter angeführt werden, Frauen mit Kindern verstärkt in den Arbeitsmarkt einzugliedern, indem eine gezieltere Suche nach kinderfreundlichen Arbeitsplätzen unternommen wurde.

„Warum nicht Gütesiegel für Unternehmen, die sich um kinderfreundliche Arbeitsplätze besonders bemühen?“, regt Drescher an, dies zeige einmal mehr die Verantwortung, die die Wirtschaft hat, ein freundliches Lebensumfeld für Familien zu schaffen.

Neben Kindergärten, Schulen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden oder kommunaler Jugendhilfe sind  gesellschaftliche Kräfte gefordert, ein Netz zu bilden, um eine Weitervererbung von Armut zu verhindern. Vereine und Verbände haben ganz andere Zugänge zu jungen Menschen als beispielsweise Schulen. Wichtige Schlüsselqualifikationen zur Stärkung der Kompetenzen des Einzelnen können hier durch Angebote vermittelt werden. Hausaufgabenbetreuung, Rethorik-Seminare oder Workshops zum Umgang mit dem Internet sind Beispiele.

„Die Vererbung von Armut zu verhindern, kann nur als Langzeitaufgabe verstanden werden,“ ist sich der Frischluft Bundesvorsitzende sicher. Mit dem Ausstieg aus Hartz IV ist der Ausstieg aus der Armut noch nicht gelungen. Sehr häufig folgt danach der Niedriglohnbereich, in dem für Kinder eine Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen schwierig bleibt.

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